Die auffälligen Halsketten der Yves Saint Laurent Herbst/Winter 2010/11 Show erinnerten an die von Kirchenvertretern und Hip-Hop-Stars gleichermaßen: Dicke goldene, lange Gliederketten mit großen Motivanhängern. Angeblich aber hatte sich Designer Stefano Pilati dabei an alten Fotografien aus den Zeiten Yves Saint Laurents orientiert – diese aus Magazinen ausgeschnitten und aus Metall herstellen lassen. Die restlichen Accessoires spielten weniger mit dem Bling-Chic sondern brachten Assoziationen von kirchlicher Strenge und lasziven Chic zusammen: Große Kopfbedeckungen erinnerten an historische Nonnen-Kutten, während lange Handschuhe, zum Teil in Lack-Optik, eher auf die chic und sexy setzten. Catherine Deneuve oder Kylie Minogue dürfte der zweite Aspekt wohl mehr gefallen haben…In Fragen der Kleider selbst war die Show ein Erguss in Schwarz, ein wenig Weiß und ein bisschen grelles Pink waren auch zu sehen, aber alles in allem hatte Pilati eine sehr elegante Kollektion entworfen, bei der er sich mit kurzen Capes, edlen Blusen und Rockvarianten von Pencil Skirt bis zum ausgestellten Rock an klassischen Looks abarbeitete.
Zur Begutachtung dessen war alles gekommen, was in der Modewelt Rang und Namen hat: Von Anna Piaggi nebst Franca Sozzani von der Vogue Italia bis zu Gene Krell der japanischen Ausgabe oder Leigh Lezark der Misshapes.
GERMAN VERSION ON TOP – ENGLISCHE VERSION OBEN
Some ecclesiastic spirit, a bit Parisian Chic and a little sexyness. The new Yves Saint Laurent fall/winter collection was an elegant oeuvre: A classic, feminine silhouette (pencil skirts, blouses and short capes) was combined with nun-like hats, some starched white cotton pieces and long chains (which also looked a bit Hip Hop-style inspired) with heavy chains and pendants in the silhouette of moving women. In terms of colour black was the designer’s favorite – besides some vivid pink. The front row was of course packed: There was Anna Piaggi next to Franca Sozzani of Vogue Italia and Gene Krell of the Japanese version, Kylie Minogue, Catherine Deneuven and also New York’s current style queen Leigh Lezark (Misshapes) was to be spotted.
Es ist ein Statement, wenn der erste Look, der auf den Laufsteg geschickt wird, ein minimalistischer Mantel ist – und der zweite eine Blockstreifen-Pullover. Nicht neu ist zwar, dass Designerin Stella McCartney ein Faible für tragbar-légère Mode hat, aber diese Saison hat die Tochter von Sir Paul McCartney eine sehr zurückgenommene Kollektion gezeigt. Neben schlichten Mänteln und Jacken, schmalen Hosen und Rundhals Pullovern arbeitete die Designerin bei den Abend-Outfits mit Asymmetrie und Transparenz und präsentierte unter Anderem Mini-Kleider aus mehreren Schichten Organza – ein Thema, wie das des Minimalismus’ auch, bei mehreren Shows zu sehen war. Auch große aufgesetzte Tasche, wie bei Phoebe Philo für Celine gab es zu sehen, aber es ist kein Wunder, das die beiden Designerinnen etwas gemeinsam haben, immerhin studierten sie einst an der gleichen Schule, starteten ihre Karriere bei Chloé und befreundet sind sie angeblich immer noch…
GERMAN VERSION ON TOP – DEUTSCHE VERSION OBEN Minimalism. Stella McCartney started her show with a very simple yet elegant grey coat und went on to a striped sweatshirt. It is no surprise that Sir Paul McCartney’s daughter is up for fashion you actually would want to wear, but this time she went for a very polished and clean look. Also in terms of evening wear: McCartney used transparency and asymmetry to create a sophisticated sexyness and showed a couple of black and nude mini dresses made of organza. And as Phoebe Philo for did for Celine, McCartney, too, showed a few big, attached pockets. Well, not only are the two designers friends ever since they studied together, but they both started their carreer at fashion label Chloé a while ago – they must have something in common…
Keine Überraschung ist, wenn Viktor & Rolf zu überraschen versuchen. Das niederländische Duo ist bekannt für seine spektakulären oder aufwändig inszenierten Runway-Shows und auch dieses Mal hieß es nicht einfach Auf und Ab auf dem Laufsteg, sondern ihre die Herbst/Winter-Kollektion inszenierten die Designer als Performance, bei der das 90er-Jahre Topmodel Kristen McMemeny und die beiden Designer selbst, Viktor Horsting und Rolf Snoeren, im Vordergrund standen – mehr als die Mode. Aber um das Ganze zu verstehen, muss man sich die Show ansehen…
To no suprise the Dutch fashion duo Viktor&Rolf did not just send models onto the catwalk but put their new fall/winter collection as a performance on stage. In the center of attention was the 9o’s supermodel Kristen McMemeny and the two designers themselves. But yes– there was clothing, too, but to fully understand what the whole show was all about you have to watch the clip….
Sie macht alles richtig seit ihrer Rückkehr aus der Babypause – Designerin Phoebe Philo. Schon mit ihrer Spring/Summer-Kollektion für das Modehaus Celine hatte sie Begeisterung geerntet und auch die neue Kollektion für das französische Label, die nach Worten der Philos unter dem Motto „Strong. Powerful. Reduced.“ stand, kam gut bei den Kritikern an. Elegant-entspannt könnte man den drei Schlagwörtern noch hinzufügen, denn die klare Silhouette mit zum Teil femininen Schnitten und teilweise geraden und kastigen Modellen kam mit vielen großen, aufgesetzten Taschen daher. Die Frau von Welt darf daher anno 2010/11 mit strengem Seitenscheitel, aber mit den Händen in den Taschen wahlweise schlendern oder schreiten – aber so ist es eben heutztage: Die Vermischung von Privat- und Berufsleben ist ein zeitgenössischer Zustand. Und eines ist sicher – Madame Philo hat das verstanden und weiß was Frauen wollen (schließlich ist sie selbst eine): Tragbare Mode mit einer Prise Edgyness ohne dabei angestrengt zu wirken.
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After her return from maternity leave she did deliver a nice spring/summer collection and for fall/winter season Phoebe Philo for french label Celine did again prove that she knows what women want. And that’s wearable fashion for the contemporary lifestyle where private and business life are no longer strictly seperated but become more and more linked. So the precise side parting goes along with a garçonne-like look but doesn’t lack feminity. A lot of big, attached pockets added some relaxed attitude and so you may either way stroll or stride but still look elegant. The critics’ voices were praising, the buyers and shoppers will love it –Celine & Philo seem to be a perfect match.
Schwarz – das kennt man von Ann Demeulemeester, deren Look Suzy Menkes als „long, lean and dark“ – also lang, schmal und dunkel zusammenfasst. Die neue Herbst/Winter-Kollektion der Belgierin kam dieses Mal allerdings auch mit mutigem Rot im mittleren Teil der Schau daher und dazu schreibt die Modekritikerin der International Herald Tribune dass, der Einsatz der lebendigen Farben ein „Statement“ sei und erkennt dem Herbst/Winter-Look einen „mutigeren, moderneren Touch“ an. Elegant – und auf die Demeulemeester’sche Art sexy bleibt dem noch hinzuzufügen.
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“Black is the colour of my true love’s hair“ Nina Simone sings–and speaking of Ann Demeuelmeester black is defenitely the colour to mention. The Belgian designer whose look Suzy Menkes decribes as “long, lean and dark“ did proove her passion for the dark shades once more but for her new fall/winter collection Demeulemeester also went for some intensive red. The new colourfulness was praised by the International Herald Tribune’s critic by saying “The introduction of vivid color was a statement“ and Demeulemeester did “add a bolder, modern touch.“. And some elegant sexyness – the Demeulemeester way, too.
Globalisierung? Der französische Modeschöpfer Jean Paul Gaultier hat dagegen scheinbar nichts einzuweden und zeigte das einen folkloristischen Mix quer durch alle Kontinente. The world according to Mr. Jean Paul Gaultier. The French designer showed his way of dealing with a globalized world and picked whatever crossed his mind from all continents.
Auch ein bekannter Name ist nicht immer eine Garant dafür, dass es mit einem angestaubten Mode-Haus wieder bergauf geht. Bei Cacharel probierten sich neben Clements Ribeiro auch Eley Kishimoto aus – inzwischen heißt der Kreativ-Häuptling Cédric Charlier. Die Herbst/Winter-Kollektion ist die zweite des Designers, der zuvor unter Anderem bei Michael Kors und sechs Jahre lang für Alber Elbaz bei Lanvin tätig war. Für die Herbst/Winter-Saison setzte der Charlier auf einen feminin-zarten aber strengen Look mit Schulmädchen-Anklang und zeigte schmale Taillengürtel, ausgestellte Röcken und hochgeschlossene Blusen. In Fragen von Mustern und Farben arbeitete Charlier zum einen mit kleinteiligen, abstrakten Muster und zum anderen mit verlaufen wirkenden, großflächigen Prints und Trompe-l’œil-Rüschen – und blieb dabei vorwiegend in einer herbstlich-anmutenden, gedeckten Farbpalette. Damit hat er bewiesen, dass er den Beat des für seine Muster bekannte Hauses versteht – ob seine Mode auch in den Läden Erfolg haben wird, wird sich zeigen.
There’s been a lot of changes at Cacharel lately. The French label tried to re-animate it’s standing with famous designers like Clements Ribeiro and Eley Kishimoto – and by now it is Cédric Charlier’s turn. Spring/Summer 2010 was the designer’s first collection and for fall/winter season he tried to proovethat he knows what Cacharel is all about: patterns and preppyness – well, preppyness the french way of course. Charlier who has fomerly worked with Michael Kors and (for six years with Alber Elbaz at) Lanvin focused on skirts with a slight flare and a slim, high waistline and high-neck blouses and yes– prints. Besides trompe l’oeil ruffle-prints, there were small, abstract allover patterns next to blurry oversized prints to be seen.
If he was really the one for Cacharel – time (and sales) will tell.
Wenn es nach Herrn Yamamoto geht, dann trägt man kommenden Herbst/Winter auf jeden Fall Dunkelblau und Schwarz – und Doppelreiher. Der Japaner zeigte bei seiner Präsentation im Rahmen der Pariser Modewoche nicht nur Mäntel und Jacken im Doppelreiher-Optik, sondern auch Kleider mit der zweifachen Knöpfung, aber wie immer war die Yohji Yamamoto-Kollektion eine ausgewogene Mischung aus westlich und östlich, aus geschneidert und drapiert und mit melancholisch-intellektuellen Touch.
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According to Mr. Yamamoto upcoming fall/winter season we will be wearing shades of dark blue and black and –double-breasted jackets, coats and even dresses.
The Japanese designer showed quite a lot of them, but as usually Yohji Yamamoto also showed a lot of draped, loose dresses and shirts and stayed true to what his look as been ever since: infused with melancholy and intellectuality.
Er ist der Sieger – Nicolas Ghesquière. Zumindest sieht es der Blog der New York Times so, denn der hat die beiden französischen Prestige-Modehäuser mit dem B am Anfang in den direkten Vergleich gestellt und kommt zu folgendem Schluss: „Balenciaga beats Balmain“. Die Kollektion von Designer Nicolas Ghesquière war im Gegensatz zur Decarnins Vision nicht an der Vergangenheit orientiert (ornamentale, historische Muster) sondern an der Zukunft: Auf beleuchtetem Fußboden präsentierten die Models kubistisch-futuristische Entwürfe in frischen Farben und dabei bewies Ghesquière erneut Mut zu neuer Silhouette. Er zeigte unter Anderem Jacken mit Pelz-Besatz an Bauch und Rücken, während die Brust-Partie nur mit der darunterliegenden Stoffschicht bekleidet war.
Auf dem T Magazine Blog sind die Zitate der wichtigsten Medien zusammengefasst (unter Anderem der WWD, International Herald Tribune, style.com und natürlich der New York Times selbst) – und die sind durchweg positiv. Die neue Balenciaga-Kollektion für die kommende Herbst/Winter-Saison ist, zumindest nach Meinung der britischen Zeitung The Independent schlicht „Dazzling“ – zu deutsch: umwerfend!
Yes, he’s a winner: Nicolas Ghesquière. At least according to the T Magazine Blog’s comparison between the two big French B’s: Balenciaga and Balmain and states: “Balenciaga beats Balmain“. The New York Times Blog quotes a couple reviews of magazines and newspapers such as WWD, International Herald Tribune or style.com – and all of them sound very delighted by the futuristic-cubistic collection. Well, delighted might not be the right expression…the British Newspaper The Independent simply declares the new fall/winter the collection as „Dazzling“.
Man kann die Balmain-Show nicht besser zusammenfassen als Sarah Mower es auf style.com getan hat: Baroque ‘n’ Roll. Der Kritiker-Liebling der letzten Zeit, Designer Christophe Decarnin, zeigte Luxus mit aufwändigen Stickereien, Pailletten und gold-glänzenden Stoffen und das ganze mit Vorliebe wahlweise als schmale Mini-Kleider mit betonten Schultern oder als Röhrenhosen mit engen Blazern.
Die Front Row war, wie nicht anders zu erwarten bestens besetzt: Die Chefinnen der italienischen Vogue, Franca Sozzani, und des Pariser Pendants, Carine Roitfeld, waren da, ebenso wie ihre Tochter, Model und Art-Direktorin, Julia Restoin-Roitfeld. Einkäufer von so unterschiedlichen Läden wie Bergdorf Goodman bis Colette natürlich ebenso.
She is dead-on by saying the Balmain show was some sort of Baroque ‘n’ Roll – Sarah Mower on style.com, because that’s exactly what Monsieuer Christophe Decarnin (head designer and critic’s darling for a while now) showed. For his new collection for the french luxury brand he presented a lot of embroidery, sequin and shiny surfaces on slim mini dresses with big shoulders or slim pants and blazers. And yes – the front row was packed with editors-in-chief such as Franca Sozzani of Vogue Italia or Carine Roitfeld of the Paris equivalent. Her daughter, model and art director, Julia Restoin-Roitfeld was to be spotted, too. And of course the important buyers of shops such as Bergdorf Goodman or Colette were present to see the new Balmain fall/winter show.